Über das Verhältnis von Politik und Philosophie – Hans Heinz Holz-Tagung 2016

Eine Tagung der DKP Berlin und der Gesellschaft für dialektische Philosophie Berlin in Kooperation mit dem Marx-Engels-Zentrum Berlin.

Wenn Hans Heinz Holz über politische Philosophie schreibt, dann hat er keine besondere Disziplin der Philosophie im Sinn. Für ihn besteht im Marxismus eine enge Verbindung zwischen Politik und Philosophie. Philosophie greift – bei aller Abstraktheit – in kommunistische Politik orientierend ein. Philosophie wird in der Politik praktisch, nicht ohne von der Politik korrigiert zu werden. Die Tagung beschäftigt sich mit diesem Verhältnis im Allgemeinen und mit Bezug auf Kuba und China im Besonderen.

Alle näheren Infos finden sich hier.

Call for papers: Fünfte Jahrestagung der Gesellschaft für dialektische Philosophie – Diesmal in WIEN!

Die nächste jährliche zentrale Tagung der Gesellschaft für dialektische Philosophie wird am 16. April 2016 in Wien stattfinden. Wir laden alle Interessierten ein, sich mit Vorträgen daran zu beteiligen und freuen uns auf Zusendungen von Abstracts via Online-Formular bis 31.01.2016. Der inhaltliche Rahmen dieser Tagung ist durch unseren statutarisch festgelegten Vereinszweck abgesteckt (vgl. §2 des Statuts). Für die Vorträge sind jeweils 20 Minuten (zzgl. 10 Minuten Diskussionszeit) vorgesehen.

Tagungsband der Berliner Holz-Tagung 2015

Der Tagungsband der Berliner Hans-Heinz-Holz-Tagung (ISBN 978-3-9503428-7-1) ist erschienen und wurde an alle Mitglieder und AbonnentInnen als kleines Dankeschön kostenlos ausgesandt. Auch wer seither neu beitritt bzw. ein neues Abo abschließt, erhält das Heft als Willkommensgeschenk. Weiters kann der Band auch um 4€ zzgl. Versandkosten bestellt werden.

INHALT

Vorwort
Martin Küpper und Andreas Hüllinghorst

Herr und Knecht bei Hans Heinz Holz
Hermann Klenner

Marx – Bloch – Holz und die Feuerbach-Thesen
Andreas Hüllinghorst

Gegenständliche Tätigkeit und Widerspiegelung
Georgios Kolias

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junge Welt: „Marxismus als Wissenschaftssystem“

Von: http://www.jungewelt.de/2015/11-30/054.php

Die siebte Ausgabe der Aufhebung behält den Gesamtzusammenhang im Blick

Der marxistische Literaturwissenschaftler Thomas Metscher hat für das siebte Heft der Aufhebung einen umfangreichen Beitrag zum Begriff »Wissenschaft des Gesamtzusammenhangs« verfasst. Friedrich Engels hatte diesen in seinem Dialektikkonzept zu Bewusstsein gebracht, Hans Heinz Holz entwickelte seine logische Struktur weiter. Nun ist es Metscher, der der Möglichkeit einer Konkretisierung dieser Kategorie nachgeht. In einem Fünfschritt von der unmittelbaren Alltagserfahrung bis zum Begriff der »Wirklichkeit als des Ganzen alles Seienden« entwirft Metscher eine Vorstellung vom Marxismus als Wissenschaftssystem. Den Gesamtzusammenhang denken heiße ihn erkennen. Außerdem kann man einen Grundlagenbeitrag zur marxistischen Erkenntnistheorie lesen. Wolfgang Schmidt, 1973 einer der ersten Studenten bei Holz in Marburg, analysiert die »andere Seite der Grundfrage«, also die nach dem Erkennensrealismus.

Der Gesamtzusammenhang ist auch das Thema von Stefan Otto. Er wendet die Dialektik vom Ganzen und seinen Teilen auf das Verhältnis von Gehirn, Bewusstsein und Umwelt an und kritisiert so die Arbeit der bekannten Hirnforscher Gerhard Roth und Wolfgang Singer, die eine ausschließliche Bestimmung des Bewusstseins durch Synapsen und Neuronen behaupten.

Um Holz’ Theorie des Gesamtzusammenhangs ging es bereits in einem früheren Heft der Aufhebung in einem Beitrag von Claudius Vellay. Dieser Beitrag stieß auf einige Kritik, der sich nun Kaan Kangal aus Nanjing in seiner Erwiderung auf Vellays Gedanken anschließt. Der Berliner Physiker Michael Nareyek wirft dem Berliner Theologen Dieter Kraft vor, in seinem Beitrag aus Heft sechs nur die eigene Philosophie dargestellt zu haben, nicht aber die Hegels. Eine Diskussion, die wohl noch im nächsten Heft weitergeführt wird. Den Abschluss bildet eine Rezension von Martin Küpper über die umfangreiche und hochaktuelle Arbeit zum Thema »Dialektik als philosophische Theorie der Selbstorganisation« von Henriette Hübner.

Aufhebung #7 erschienen

Die siebte Ausgabe unserer Zeitschrift „Aufhebung“ (ISBN 978-3-9503428-6-4) ist erschienen und wurde bereits an unsere AbonnentInnen und Mitglieder ausgesendet.

INHALT DIESER AUSGABE

Vorwort

Thomas Metscher, Grafenau:
Der Marxismus als Theorie des Gesamtzusammenhangs. Versuch einer kategorialen Konkretion.

Wolfgang Schmidt, Lamontjoie: 
Zur andren Seite der Grundfrage der Philosophie.

Stefan Otto, Jena:
Sklaven ihres Hirns?

Kaan Kangal, Nanjing:
Ontologie bei Lukács und Holz. Eine Replik auf Claudius Vellay.

Michael Nareyek, Berlin: 
Idealismus der objektiven Realität oder Objektiver Idealismus? Eine Replik auf Dieter Kraft.

Martin Küpper, Berlin: 
Zu wenig Aufhebung der Philosophie – Eine Rezension von Henriette Hübners Buch über Dialektik als philosophische Theorie der Selbstorganisation.

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DAS WAREN DIE VIDEOVORLESUNGEN MIT HANS HEINZ HOLZ

Mit der Reihe „Was ist spekulatives Denken? 6 Videovorlesungen mit Hans Heinz Holz“ stellte sich der Berliner Basisorganisation der Gesellschaft für dialektische Philosophie erstmals der interessierten Öffentlichkeit vor. An drei Abenden und in Kooperation mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche und der Peter-Hacks-Gesellschaft wurden jeweils zwei Vorlesungen gezeigt, die Holz im Rahmen seines Fellowships beim Kolleg Friedrich Nietzsche 2009 gehalten hatte.

Am ersten Abend stellte Holz seine Konzeption einer Systematik spekulativer Sätze vor, welche die Metaphysik „zur Sache des Lebens“ machen soll. Gleichzeitig soll sie den Ansprüchen der Wissenschaften genügen, wie sie Hegel mit seinem spekulativen Satz Das Wahre ist das Ganze formuliert. Hierfür beansprucht Holz die Neubegründung der Philosophie, die sich über das Widerspiegelungstheorem begründen lasse und in einem System spekulativer Sätze, wie sie in der Philosophiegeschichte aufgetreten sind, darstellbar sei. Grundlegend zielt Holz auf den Erweis der Wirklichkeitsstrukturen, die in den spekulativen Sätzen aufscheinen.

In der anschließenden Diskussion erschien den Anwesenden im Habbema die scheinbar ahistorische Vorgehensweise, welche die spekulativen Sätze aus ihren historischen Kontexten weitgehend herauslöst und in eine Logik überführen möchte, fragwürdig. Auch der begriffliche Aufbau des Holzschen Systems könne den Zugriff auf Wirklichkeit erschweren, da weder Irrtum noch Scheitern von Holz aufgegriffen würden.

Am zweiten Abend führte Holz seine Systematik anhand Parmenides’ Dasselbe nämlich sind Denken und Sein und Cusanus’ Das Ganze scheint in allen seinen Teilen wider weiter aus. Die Abgeschlossenheit eines begrifflichen Systems könne nur durchbrochen werden, indem das Denken schon immer außersprachliches Sein enthalte. Das Sein oder Welt könne aber nur systematisch begründet werden, wenn eine materialistische Dialektik das Verhältnis von Einzelnem und Allgemeinem in einer Dialektik der Natur fasse. Natur müsse als wechselwirkender Prozess begriffen werden, weswegen Philosophie nicht hinter die Erkenntnisse der Naturwissenschaften zurückfallen dürfe. Von Welt im Gesamten könne aber nur die Philosophie sprechen. Hierin liege ihre Eigenständigkeit.

Problematisch erschien dem Publikum das Problem, inwiefern und ob Holz die Wissenschaften der Philosophie unterordnen möchte. Seine Dialektik der Natur entwerfe ein passives Bild der Natur, in der der subjektive Faktor Mensch zunächst keine konstitutive Rolle spielen würde.

Dieses Problem aufgreifend, erörterte Holz am letzten Abend die dynamischen Strukturen der Wirklichkeit, in der die Möglichkeit das Übergreifende der Wirklichkeit sei, wie Leibniz es mit seinem Diktum Alles Mögliche drängt zur Verwirklichung und den hieraus ableitbaren Möglichkeiten des Menschen, Wirklichkeit gemäß seinen Vorstellungen zu verändern, formulierte. Es reiche nicht aus, dass die Philosophie nur interpretiere, „Politikberatung“ bleibe, sondern Philosophie instituiere Politik. Marxismus könne seinen revolutionären Anspruch nur verwirklichen, wenn er nicht eine Theorie neben anderen bleibe, sondern seine theoretischen Bestimmungen verwirkliche. Verwirklichung gelinge nur, wenn die Organisationsfrage so beantwortet werde, dass die Theorie die Massen ergreifen müsse.

Den Übergang zur Praxis entwerfe Holz, ohne Kategorien wie Arbeit, gesellschaftliche Produktion und Klassengesellschaft zu berücksichtigen, wurde kritisch eingewandt. Die vorgestellte Dynamik von Natur und Gesellschaft versande daher in einer behäbigen Philosophie. Ob Holz‘ Konzeption die Aufgaben der Philosophie im Kommunismus antizipiere, die in einer Klassengesellschaft nur die Funkton einer Ideologie annehmen könne, blieb als offene Frage bestehen.

Die Vorlesungen werden in absehbarer Zeit vom Kolleg Friedrich Nietzsche auf DVD veröffentlicht.

Was sind spekulative Sätze? · 6 Vorlesungen mit Hans Heinz Holz

Anlässlich des 80. Geburtstags des marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz lud das Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar ihn ein, im Rahmen eines Fellowships Vom Denken der Welt eine Vorlesungsreihe zu halten. In den Vorlesungen stellt Hans Heinz Holz nicht nur sein philosophisches Lebenswerk vor, sondern geht zugleich anhand ausgewählter Beispiele der Philosophiegeschichte der Frage nach, ob eine materialistisch-dialektische Ontologie möglich ist und spekulativ begründet werden kann.

Da Holz krankheitsbedingt nicht mehr reisen konnte, reiste das Kolleg 2008 nach Sant‘Abbondio. Die dort aufgezeichneten sechs Vorlesungen werden nun an drei Abenden in Anwesenheit des Leiters des Kollegs Friedrich Nietzsche, Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, gezeigt und von der Gesellschaft für dialektische Philosophie moderiert.

Hans Heinz Holz (1927-2011) veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte und Systematik der Dialektik, zur Theorie der Kunst und zu Künstlern der Gegenwart, sowie zu Problemen der Gesellschaftswissenschaften und Politik. Er war Professor für Philosophie in Marburg 1971-78 und in Groningen/NL von 1978 bis zur Emeritierung 1997. Zudem war er Präsident und späterhin Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie sowie gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät und der World Academy of Letters. 1991 gründete er mit seiner Frau Silvia Markun die Fondazione Centro di Studi Filosofici. 1994 trat er der Deutschen Kommunistischen Partei bei und arbeitete federführend an deren Programmatik mit. Holz gab mit Domenico Losurdo die philosophische Zeitschrift Topos – Internationale Beiträge zur dialektischen Theorie heraus. Die seit 2012 erscheinende Aufhebung – Zeitschrift für dialektische Philosophie versteht sich u.a. in kritischer Nachfolge der Philosophie von Hans Heinz Holz und ist ihm gewidmet.

Montag · 15.6.2015 · 18 Uhr: 

1. Was sind und welche Formbestimmtheit haben spekulative Sätze?

2. Hegel: Das Wahre ist das Ganze

Mittwoch · 17.6.2015 · 18 Uhr: 

3. Parmenides: Dasselbe nämlich sind Denken und Sein 

4. Cusanus: Das Ganze scheint in allen seinen Teilen wider 

Montag · 22.6.2015 · 18 Uhr: 

5. Leibniz: Alles Mögliche drängt zur Verwirklichung 

6. Marx: Die 11. Feuerbach-These 

Video: Stefan Wilke

Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

für alle 3 Termine: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro

Zu dieser Veranstaltung laden wir herzlich ins: 

Habbema, Prenzlauer Allee 231 / Mülhauser Straße 6, 10405 Berlin (Straßenbahnlinie 2: Knaackstraße) 

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für dialektische Philosophie in Kooperation mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung in Weimar und der Peter-Hacks-Gesellschaft 

www.klassik-stiftung.de

www.dialektische-philosophie.org

www.peter-hacks-gesellschaft.de 

Salzburg: Lesekreis zur „Aufhebung“

Nach einem Semester Pause ist es jetzt wieder so weit: Wir veranstalten einen Lesekreis in Salzburg. Diesmal werden ausgewählte Artikel der bisherigen Ausgaben der „Aufhebung“ gelesen und diskutiert.

Am Donnerstag, den 16. April findet ab 19:00 eine Vorbesprechung zu diesem Lesekreis statt, und zwar im StV-Kammerl der Studienvertretungen Philosophie und PP Lehramt im Wallistrakt, Franziskanergasse 1.

Diese Vorbesprechung ist aus organisatorischen Gründen überaus wichtig! Wir werden die weiteren Termine (auch deren Anzahl) sowie die genauen Texte festlegen, die besprochen werden sollen. Wer zum Lesekreis nicht kommen kann, möge sich bitte vorab unter
lesekreis at dialektische-philosophie.org
bei uns melden.

UPDATE: Vereinbarte Texte und Termine:

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