Hans-Heinz-Holz-Tagung 2017 erschienen!

Vorwort

Am 25. Februar 2017 erinnerten in der Berliner Urania über 100 Besucher aus dem In- und Ausland an den am 11. Dezember 2011 verstorbenen Philosophen Hans Heinz Holz. Er wäre am 26. Februar 2017 90 Jahre alt geworden. Es luden die Fondazione centro di studi filosofici aus S. Abbondio (Schweiz), die Gesellschaft für dialektische Philosophie (Österreich und BRD) und der Vorstand der Deutschen Kommunistischen Partei, Essen (BRD), ein. Zu Holz’ Arbeits- und Denkstil gehörte die Auseinandersetzung als integraler Bestandteil. Es ging ihm darum, mit Andersdenkenden mögliche Perspektiven auf ein philosophisches Problem zu erfassen, mitzudenken und die dialektisch-materialistische Durchdringung desselben zu präzisieren. Aus diesem Grund hieß schon das Kolloquium zu seinem 80. Geburtstag „Lust auf Widerspruch“. Wohlweislich mit dem zweiten, an sich ersten Sinn, dass der Widerspruch für Holz die Grundform der Bewegung allen Seins und damit auch des Denkens ist. Die Ausrichter der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag schlossen sich dieser Auffassung des Holzschen Werks an. Das Motto der tagfüllenden Veranstaltung hieß entsprechend „Die raue See des Widerspruchs. Perspektiven auf das Werk von Hans Heinz Holz“. Es wurde auch eine dem Thema entsprechende Vortragsform gewählt: das Streitgespräch. Vier moderierte Dispute zu wichtigen Feldern des Holzschen Werks kamen zustande: zur Grundlage des Dialektischen Materialismus das Widerspiegelungstheorem und die Theorie des Gesamtzusammenhangs, zur Theorie der bildenden Kunst und zu Holz’ marxistisch-leninistischem Politikverständnis als Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie. Im Nachhinein ist zu konstatieren: Es hätte hier und da mehr gestritten werden können. Es lief – außer im ersten und zweiten Streitgespräch – eher harmonisch und sich ergänzend ab. Dennoch ist ein tiefer Blick in das Holzsche Werk gelungen. Die Veranstalter freuten sich über das Mitwirken von Wissenschaftlern und Politikern, die sich diesem Abenteuer stellten. Glück hatten wir mit den Moderatoren Prof. Richard Sorg, Prof. Renate Wahsner und Jürgen Lloyd, die ein wichtiges Amt zu führen hatten. Und es war mit Alfred J. Noll ein wortgewandter Holz-Kenner und -Freund als Conferencier gewonnen worden, der durch den Tag führte. Mit seiner großzügigen Geldspende konnte der Tagungsband erstellt werden. Der Abend, geleitet von der jungen Wissenschaftlerin Kristin Bönicke, galt dem Wirken von Hans Heinz Holz. Isabel Monal, Philosophieprofessorin aus Havanna, sprach über die philosophische Situation auf Kuba und in Lateinamerika und wie nützlich einige von ihr ausgesuchte und ins Spanische übersetzte Schriften von Holz für die marxistische Debatte waren und sind. Gazi Ateş berichtete über Übertragungen Holzscher Arbeiten ins Türkische und Holz’ Reise in die Türkei. Prof. Hermann Klenner zeichnete in seiner Rede den Grundcharakter von Holz’ Persönlichkeit: Er war ein Enzyklopädist ersten Rangs, der auch die Provokation nicht scheute. Die vorliegenden Texte sind Abschriften der Tonaufnahmen. Die Teilnehmer bekamen Gelegenheit, die Abschriften zu überarbeiten. Vor allem lieferten sie Quellenangaben, die für das Verständnis ihres jeweiligen Beitrags sinnvoll sind. Am Ende einer jeden Gesprächsrunde diskutierte das Publikum mit; dessen Wortbeiträge sind ebenfalls dokumentiert worden. Neben der Entwicklung dialektischen Denkens besteht die Aufgabe unserer Gesellschaft darin, diese Denkart zu verbreiten. Dabei nimmt das Werk von Hans Heinz Holz eine besondere Rolle ein. Wir hoffen, mit diesem Tagungsband unseren Aufgaben gerecht zu werden.

Berlin, im Juni 2018 Vorstand der Gesellschaft für dialektische Philosophie

Inhaltsverzeichnis

Eröffnung
Alfred J. Noll
Revolutionäre Vernunft Hans Heinz Holz zum 90. Geburtstag

Streitgespräche
Der Logos des Spiegels
Bietet die Widerspiegelungstheorie eine weltspiegelnde Logik?
Moderation: Prof. Dr. Richard Sorg, Diskutanten: Andreas Hüllinghorst
und Prof. Dr. Hans-Joachim Petsche

Metaphysik als Wissenschaft des Gesamtzusammenhangs
Kann die Welt gedacht werden?
Moderation: Prof. Dr. Renate Wahsner, Diskutanten: Martin Küpper
und Dr. Jan Loheit

Der Realismus der Kunst
Was zeigen die bildenden Künste?
Diskutanten: Dr. Alfred N. Noll und Hans-Jörg Glattfelder 

Die Verwirklichung der Philosophie
Wie kann eine kommunistische Partei Schmelzpunkt
von Theorie und Praxis werden?
Moderation: Jürgen Lloyd, Diskutanten: Gazi Ateş,
Dr. Hannes Fellner, Patrik Köbele

Abendvorträge
Isabel Monal
Hans Heinz Holz, die kubanische Revolution
und Fidel Castro – Komplizen in der Unbeugsamkeit

Gazi Ateş
Untypisch im Sinne von außerordentlich 

Hermann Klenner
Holz – der größte Provokateur . . . . . . . .

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Aufhebung #12 erschienen!

Inhalt

Ernst Richter
Eine Rekonstruktion der marxistischen Geschichtsphilosophie (Teil 1) 

Annette Schlemm
Trägt oder trügt die Hoffnung aus einer
dialektischen Geschichtsphilosophie?

Daniel Hohnerlein
Zwei Versuche
Antworten auf Fragen von Lesern 

Diskussion

Renate Wahsner
Schwierigkeiten mit der Dialektik 

Rezensionen

Daniel Queiser
Geschichte des Materialismus (zu Alfred Schmidt)

Karl Melzer
Dialektisch Denken (zu Richard Sorg)

Rüdiger Dannemann
Dialektische Studien als selbstbewusster Versuch einer Vergewisserung
und Erneuerung des Marxismus (zu Thomas Metscher)

Helmuth Fellner
Die Sinnlichkeit der Vernunft (zu Hans Heinz Holz) 

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Wittgenstein & Marx International Conference University of Salento Lecce, 9-11 April 2019

Call for Papers

Wittgenstein and Marx

Fetishism and Alienation between Commodities and Words

Ludwig Wittgenstein, in the second phase of his thought, was strongly influenced by Marxism through frequent contact with personalities such as the economist Piero Sraffa and the academic Nicholas Bachtin. His philosophy turned into a critical and anthropological view of language and philosophy, that allowed different scholars to cross Wittgenstein’s thought with philosophers like B. Croce and A. Gramsci. In this perspective, the categories “fetishism” and “alienation”, that are pivotal within the philosophy of Karl Marx and also in the international debate, may have had also a significant echo in the thoughts of Wittgenstein.

Scholars have already suggested that there is a connection between Wittgenstein and Marx but, for the most part, they have taken the Germany Ideology and the Theses on Feuerbach as a point of departure. However, the relationship between Wittgenstein’s work and Marxist theory in Capital has also been discussed, although there are still few systematic and in-depth studies on this issue. In our conference, we will try to answer questions such as: is it possible to consider Wittgenstein’s critique of philosophy as a standpoint against the alienation produced by our own words? Can we understand Wittgenstein’s critique of language through Marx’s analysis of commodity and fetishism? We aim to examine more generally, on the methodological basis of the historical-critical analysis of their works, the thought of both philosophers, detecting consonances and dissonances, in order to clarify and develop their philosophy. From this background, proposals on the following subjects will be considered and their submission is strongly encouraged:

  • a. All those proposals that will focus on the (inter-)relationship of the concepts fetishism/alienation and commodity/word;
  • b. Proposals able to highlight aspects of both philosophers or to establish a fruitful dialogue and comparison between their theories;
  • c. Papers that trace connections with other thinkers or scholars (for instance: Sraffa, Gramsci, Croce, Piccoli, etc.) who have directly or indirectly influenced their thought;
  • d. Proposals on international scholars of Wittgenstein and Marx that already stressed the relationship between both thinkers (for instance: F. Rossi-Landi).
  • e. Proposals on the relationship between Marxist Philosophers (like Frankfurt School, French Theory, etc.) and Wittgenstein’s philosophy. 

Interested scholars are invited to submit a proposal by 30 November 2018 to fabio.sulpizio@unisalento.it or to wemlecce2019@gmail.com.The abstract must outline the main points of the talk and should not exceed 500 words. The proposals may be written in Italian, English or German and should be anonymous and prepared for blind review. A separate short bibliography is also needed. For each talk, there will be time for a 20-minute presentation, with about another 10 minutes designated for discussion. A selection of papers will be published.

https://wemlecce2019.wixsite.com/wm2019

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Die Gesellschaft für dialektische Philosophie trauert um Stefan Stein

Wir bedauern mitteilen zu müssen, dass unser Mitglied Stefan Stein gestorben ist. Er war seit geraumer Zeit fester Bestandteil der Gesellschaft für dialektische Philosophie und aktives Mitglied unserer Grundorganisation in Berlin.

Stefan nahm rege an inhaltlichen Debatten teil. Aufmerksam, wohlüberlegt und besonnen waren seine Äußerungen. Aber auch an den Planungen für unsere nächsten Vorhaben beteiligte er sich und half, wo er konnte. Für die Zukunft wollte er sich weiter in die Gesellschaft für dialektische Philosophie einbringen, nun wird uns seine Präsenz fehlen. Die Erinnerung an ihn werden wir bewahren.

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Domenico Losurdo (1941-2018)

Wie wir bedauerlicherweise erfahren mussten, ist unser Freund und Genosse, der große italienische Dialektiker Domenico Losurdo verstorben. Losurdo war Dekan der Philosophischen Fakultät an der Universität Urbino, Präsident der „Internationalen Gesellschaft Hegel/Marx“ und Mitglied der Leibniz-Sozietät Berlin. Seit 1993 gab er zusammen mit Hans Heinz Holz bis 2011 die Zeitschrift Topos heraus.

Arnold Schölzel hat einen Nachruf für die junge Welt geschrieben: https://www.jungewelt.de/artikel/335204.ein-brocken-im-vorgarten.html

 

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Aufhebung #11 erschienen!

Beiträge

Karl Melzer
Das Denkzeug der dialektischen Logik bei Hegel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Gregor Schäfer
Als sei es zur wirklichen Versöhnung des Göttlichen mit der Welt nun erst
gekommen: Betrachtungen zur Wahrheit der Revolution . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Diskussion

Thomas Metscher
Zwei Anmerkungen zu Renate Wahsners
„Bemerkungen zum Materiebegriff“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57

Wolfgang Schmidt
ADIEU MATERIE – MATERIALISMUS ADIEU. Statt einer Replik . . . . . . . 63

Rezensionen

Peter Römer
Rechts- und Staatskritik nach Marx und Paschukanis
Recht-Staat-Kritik 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

Malte Spitz
Frühe Gretchenfragen an das Werk Walter Benjamins . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79

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»Letzte Gespräche mit Hans Heinz Holz«

»Die Sinnlichkeit der Vernunft. Letzte Gespräche«

Buchpremiere mit den Herausgebern Johannes Oehme, Martin Küpper, Vincent Malmede und mit Arnold Schölzel (jW)

Moderation: Andreas Hüllinghorst (jW)
Eintritt: 5,00 €/ermäßigt: 3,00 €

Zur Veranstaltung bitten wir um Anmeldung unter mm@jungewelt.de oder 0 30/53 63 55

Zeit: 06.03.2018, 19:00 Uhr

Ort: junge-Welt-Ladenlokal, Torstraße 6, 10119 Berlin

 

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Hans-Heinz-Holz-Tagung 2018

Philosophie – Erbe und Bestandteil des Marxismus. Karl Marx im Werk von Hans Heinz Holz

Hans-Heinz-Holz-Tagung 2018

Sonnabend, 24. Februar 2018 · 10 bis 15 Uhr
im NUMA – Neue Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft Zimmerstraße 23 · 10969 Berlin

10.00 Uhr  Begrüßung

10.15 Uhr  Gregor Schäfer (Universität Basel): »Die Unhintergehbarkeit der Spekulation: Zu Holz’ philosophischer Begründung des Marxismus«

11.15 Uhr  Daniel Bratanovic (Tageszeitung Junge Welt): »›… die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden‹ – Staat und Recht im Übergang von Hegel zu Marx«

12.30 Uhr  Mittagspause

13.30 Uhr  Jürgen Lloyd (Marx-Engels-Stiftung Wuppertal):

»Marx’ Thesen über Feuerbach und ihre Bedeutung für die Parteitheorie von H.H.Holz«

Kostenbeitrag: 5 €, ermäßigt 3 €

Anmeldung erbeten unter: berlin@dialektische-philosophie.org

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1789–1917. Zwei Revolutionen

1789–1917. Zwei Revolutionen: Unter diesem Titel erschien vor 10 Jahren das Sonderheft 2 von Topos mit Texten von Hans Heinz Holz zur Französischen Revolution und zur Oktoberrevolution.

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums wird das Sonderheft von Hans-Heinz-Holz-Stiftung online zur Verfügung gestellt:

http://www.hansheinzholz.com/fileadmin/content/Topos-Sonderheft_2_-_Die_zwei_Revolutionen.pdf

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Aufhebung #10 erschienen!

Mit dieser Ausgabe erscheint unsere Zeitschrift in einer neuen Form. Die diesjährigen Feierlichkeiten des 90. Geburtstags von Hans Heinz Holz, an welchen unsere Gesellschaft organisatorisch, inhaltlich und personell umfangreich beteiligt war, boten die willkommene Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung der an dialektischen Philosophie Interessierten. Eines der vielen Ergebnissen dieser Zusammentreffen ist, dass wir den Künstler und Grafiker Jochen Stankowski nicht nur als Freund und Förderer unserer Gesellschaft gewinnen konnten, sondern er sich darüber hinaus großzügigerweise dazu bereit erklärte, für uns eine an unserem philosophischen Programm orientierte formale Neugestaltung der „Aufhebung“ vorzunehmen. Es ist uns als Gesellschaft eine große Ehre und Freude, mit ihm und seinem Werk in dieser Weise verbunden zu sein und wir sprechen ihm hiermit unseren von Herz und Kopf kommenden tiefsten Dank aus.

Inhalt
Aufsätze
Richard Sorg
Die Dialektik-Konzeption von Hans Heinz Holz

Daniel Hohnerlein
Der literarische Kanon als Daumenkino

Renate Wahsner
Bemerkungen zum Materiebegriff

Erich Hahn
Lukács und der orthodoxe Marxismus. Eine Studie zu
»Geschichte und Klassenbewusstsein« (Vorabdruck)

Rezension
Rafael Rehm
Be- und Entgrenzung des dialektischen Denkens

Das Heft kann für 8€ zzgl. Versand via bestellungen@dialektische-philosophie.org bezogen werden.

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