Vorwort

Aufhebung #1 als pdf
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Von Stefan Klingersberger, Salzburg.

In diesem Vorwort ist der Platz, um ein paar Worte darüber zu sagen, was diese Zeitschrift will, wie sie entstanden ist und warum sie diesen Titel trägt. Gleichsam erscheint es als notwendig, in aller gebotenen Kürze einige Grundzüge der dialektischen Philosophie darzustellen. Und wir halten es für sinnvoll, kurz auf die Stellung der dialektischen Philosophie zur analytischen Philosophie einzugehen, die hier in Salzburg eine dominierende Rolle spielt. Selbstverständlich soll auch der Inhalt dieser Ausgabe kurz skizziert werden.

Im Oktober 2011 entschlossen wir uns, die dialektische Philosophie mit einer Tagung sowie einer Zeitschrift zu fördern. Die Tagung am 21.01.2012 war auf Anhieb ein voller Erfolg: Die Teilnahme von insgesamt über 60 Personen und ausgezeichnete Vorträge haben unser Anliegen bestätigt. Sofort danach begannen wir daher mit den Vorbereitungen dieser Zeitschrift, die wir nach einem zentralen Terminus der dialektischen Philosophie “Aufhebung” getauft haben.

Im besten Sinne des Wortes hat Hans Heinz Holz die dialektische Philosophie “aufgehoben”. Keine heutige Philosophie, die sich dialektisch nennen will, kommt um eine eingehende Auseinandersetzung mit seinem umfassenden und tiefgreifenden Werk herum. Es war daher naheliegend für uns, ihn um einen Beitrag für diese Zeitschrift zu bitten, wozu er auch ohne zu Zögern zugesagt hatte. Das war bereits einige Zeit vor unserer “1. Salzburger Tagung für dialektische Philosophie”, als wir uns erste Gedanken über ihr Programm sowie den Inhalt dieser Zeitschrift gemacht haben. Unglücklicherweise verhinderte Holz’ Tod am 11.12.2011 seine Beteiligung an diesem Projekt.

Diese Zeitschrift ist Hans Heinz Holz gewidmet.

“Aufhebung”: Drei Bedeutungen in einem Wort, die in der dialektischen Philosophie als Einheit begriffen werden. Von machnen GegnerInnen der dialektischen Philosophie womöglich als ein inhaltsloses Zauberwort verunglimpft, ist sie tatsächlich die Grundform aller Entwicklung in Natur, Gesellschaft und Denken. Die drei Bedeutungen sind beenden, bewahren und hochheben. Würde von einem Ding keine Eigenschaft beendet, also negiert, so findet keine Veränderung statt, man verbleibt bei der bloß abstrakten Selbstidentität. Der Fall hingegen, dass keine Eigenschaft bewahrt wird, ist nicht einmal denkbar, da es unmöglich wäre, das neue Ding mit dem alten zu identifizieren. Nur die Verbindung von beenden und bewahren ermöglicht die Veränderung eines Dings. Entwicklung wiederum ist noch mehr als bloße Veränderung: sie ist Veränderung in eine bestimmte, nämlich progressive Richtung – womit auch das Hochheben seinen Platz gefunden hat. Wenn für dieses Verständnis von Entwicklung nun der Begriff “Aufhebung” verwendet wird, so bedient sich die dialektische Philosophie also schlicht und einfach einer zufälligen Eigenheit der deutschen Sprache, die die als notwendig erachtete Einheit von beenden, bewahren und hochheben ausgezeichnet widerspiegelt11. Wenn Dialektik als “Philosophische Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens; als allgemeine Theorie des Zusammenhangs und der Entwicklung sowie allgemeine Methode des Denkens und Handelns”2 verstanden wird, ist klar, dass mit der Entwicklung auch die Aufhebung einen zentralen Platz in ihr einnimmt.

Dialektisch denken heißt Einheit, Zusammenhang, Wechselwirkung denken3.

Dialektische Philosophie geht aus von der Einheit der Welt in ihrer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung; in ihrer modernen Form, der materialistischen Dialektik, wird dieses Prinzip hin zur materiellen Einheit der Welt präzisiert. “Es besagt, dass die Welt einen einheitlichen Zusammenhang bildet, in dem alles, was existiert, Entwicklungsform oder Entwicklungsprodukt der in Raum und Zeit sich bewegenden Materie ist.”4Gleichermaßen könnte man vom Zusammenhang aller Dinge oder der Wechselwirkung zwischen allen Dingen sprechen. Alle Dinge hängen mit allen anderen zumindest indirekt zusammen. Würden sie das nicht tun, würde es also ein Ding geben, das mit den anderen Dingen in keinem Zusammenhang steht, so hätte dieses Ding für uns keinerlei Relevanz (weder praktisch noch theoretisch) und wäre daher außerhalb unserer Welt. Zusammenhängen heißt aufeinander wirken. Und was nicht wirk-lich ist, das ist nicht wirklich.

Diese ontologische Seite hängt eng mit der erkenntnistheoretischen Seite zusammen: Das korrekte Abbild einer einheitlichen Welt kann natürlich nur eine einheitliche Theorie sein. Aufgabe der Philosophie und jeglicher Wissenschaft ist es daher, die Dinge im Denken nicht abstrakt voneinander zu trennen, sondern nur zu unterscheiden und in weiterer Folge den Zusammenhang zwischen ihnen herauszuarbeiten, um sie auf eine Einheit zu bringen5. Freilich kommt es darauf an, welche Dinge man in einer Untersuchung in Beziehung zueinander setzt. Viele Zusammenhänge sind interessant für die Einzelwissenschaften, aber kaum für die Philosophie. Einige jedoch können nur in der Philosophie angemessen behandelt werden: So der Zusammenhang zwischen Denken und Sein, zwischen Mensch und Natur, zwischen Erscheinung und Wesen, zwischen Zufall und Notwendigkeit, zwischen Sein und Sollen, um nur einige Beispiele zu nennen. Das philosophische Denken der Einheit muss auch die abstrakte Kontradiktion der formalen Logik und den Zusammenhang zwischen Identität und Unterschied als Einheit denken. Logische Grundstruktur der Einheit solcher Gegensätze ist nach Josef König das “übergreifende Allgemeine”6.

Die dialektische Philosophie begnügt sich also, wie man aus Gesagtem leicht erkennen kann, nicht – wie etwa die hier in Salzburg dominierende analytische Philosophie – damit, bloß methodische Kriterien anzugeben, wie man zu philosophieren habe, sondern macht auch ausdrücklich inhaltliche Aussagen. Klar: denn schließlich muss die dialektische Philosophie auch Methode und Inhalt als eine Einheit verstehen. Auch Methode und Inhalt können nicht voneinander getrennt werden, keine der beiden Seiten darf verabsolutiert werden7. Ein bloß methodisches Verständnis der Dialektik wäre ein falsches8.

Nichtsdestotrotz lassen sich natürlich methodologische Bedingungen formulieren, wie es Gottfried Schweiger in seinem hier abgedruckten Aufsatz “Naturphilosophie – Eine Skizze entlang von vier Begriffen” vornimmt. Er führt Klarheit und Verständlichkeit, Tradition sowie Dialog und Argumentation an. Sofern dialektische Philosophie diese Forderungen erfüllt, wäre sie damit übrigens nach zahlreichen Selbstdefinitionen heutiger analytischer Philosophie selbst (wenn auch eher unfreiwillig) Teil der analytischen Philosophie, woran man sieht, wohin eine Verabsolutierung der Methode gegenüber dem Inhalt führen kann. Nachdem das Projekt der analytischen Philosophie der “Abschaffung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache […] grandios gescheitert”9 ist, hat sich ihr Begriff immer mehr verwässert10. Ihre heutigen Definitionen erheben (meist) nur noch einige methodologische Forderungen und sind im großen und ganzen so weit gefasst, dass so gut wie alle Philosophie darunter subsumiert werden kann11. So beschränken sich die calls for papers sowohl der Salzburger Tagung für analytische Philosophie “SOPhiA” als auch der Salzburger Zeitschrift für analytische Philosophie “Kriterion” auf die Forderung nach einer verständlichen Sprache und einer klaren, rationalen Argumentation.

Auch wenn die dialektische Philosophie die Bezeichnung als analytische nie freiwillig akzeptieren würde, da dieser Begriff die Verabsolutierung der Analyse gegenüber der Synthese anstatt der Vermittlung beider nahelegt, so kann und muss sie sich mit diesen Forderungen doch einverstanden erklären12. Sie sind aber alles andere als neu, sondern methodologische Grundforderungen der Philosophie spätestens seit der Neuzeit13. Die Richtigkeit dieser Tatsache und dieser Forderungen wird außerdem nicht dadurch geschmälert, dass sich wohl nicht alle Philosophen seither ausreichend daran gehalten haben. Einer derjenigen Philosophen, die sich diesen Vorwurf wohl recht häufig gefallen lassen müssen, ist der Begründer der modernen Dialektik, G.W.F. Hegel. Jedoch sollte man vor einem vorschnellen Urteil folgendes bedenken: Erstens können schwierige Themen in ihrer philosophischen Behandlung oft eine schwierige Sprache erfordern und zweitens kann das Unverständnis eines Textes genausogut mit unzureichender Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema oder der jeweiligen Philosophie zusammenhängen. Hegel selbst sprach einmal über die Themen und Inhalte seiner eigenen philosophischen Abhandlungen als von “abstrusen Materien”14 – womit er zweifellos nicht deren Richtigkeit und Wichtigkeit in Frage stellen, sondern nur die verwendete, oft schwierige Sprache entschuldigen wollte. Auch er wusste freilich, was unmittelbar einsichtig ist, nämlich dass unverstandene Philosophie wirkungslos bleiben muss. Er hat diese Erkenntnis auch nicht nur dem Reiche der Theorie überlassen, sondern auch angewandt; er hat etwa im Laufe der Zeit, als seine “Enzyklopädie” mehrfach neu herausgegeben wurde, zu immer klareren Formulierungen gefunden15. Dabei ging es ihm darum, “abstrakte Begriffe dem gewöhnlichen Verständnisse und den konkreten Vorstellungen von denselben näherzurücken.”16

Auch wir sehen es als eine Aufgabe dieser Zeitschrift, zum Verständnis der dialektischen Philosophie sowie auch zu ihrer weiteren Ausarbeitung beizutragen. Wir halten es für angemessen, mit allgemeineren Themengebieten zu beginnen, um ein besseres Verständnis von einer dialektischen Herangehensweise an einige der großen philosophischen Fragestellungen zu ermöglichen. Dementsprechend finden sich in dieser Ausgabe ganz grundsätzliche Ausführungen über – oder besser gesagt: Einführungen in – dialektische Naturphilosophie, Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie. In weiterer Folge werden wir uns einerseits noch an andere Themenbereiche herantasten und andererseits auch immer speziellere Fragestellungen behandeln. Zumindest für einige Zeit noch wird ein immer wiederkehrendes Thema die Auseinandersetzung mit der analytischen Philosophie bleiben, in einer kritischen, aber durchwegs produktiven Absicht.

Gottfried Schweiger, Autor des Buches “Dialektische Naturphilosophie: Geschichte – Probleme – Perspektiven”17, nähert sich der Naturphilosophie anhand von vier Begriffen, die in diesem Zusammenhang wichtig sind: Natur, Naturwissenschaft, Wissen und Mensch. Er vertritt dabei die Auffassung, dass die Naturphilosophie als eigenständige philosophische Teildisziplin durchaus seinen Platz hat, da “die Natur mehr ist als dasjenige, was die Naturwissenschaft als Natur erforschen, [da] wir selbst Teil der Natur sind und [da] wir uns wie auch unser Wissen über die Natur besser verstehen wollen.”

Hannes Fellner formuliert in seinem Beitrag einige “Bausteine einer dialektischen Sprachphilosophie im Anschluss an Hans Heinz Holz”. Im Anschluss an Thomas Metscher gesteht er dabei ein, dass die Sprache in der dialektischen Philosophie bisher relativ wenig Platz gefunden hat – sowohl im Vergleich zu anderen Themen als auch im Vergleich zu anderen philosophischen Richtungen. Die Basis für die Grundlegung einer dialektischen Theorie der Sprache sieht er im Werk von Hans Heinz Holz, was jedoch erst weiterer Ausarbeitung, Verfeinerung und Präzisierung bedarf.

Andreas Egger geht in seinem Beitrag auf Grundposistionen einer Erkenntnistheorie ein, wie sie vor allem in der materialistischen Dialektik zu finden sind. Dabei wird die Widerspiegelungstheorie erläutert und gegen einige Kritiken verteidigt und auf die tragende Rolle der Praxis im Erkennen hingewiesen. Im Anschluss an die marxistischen Klassiker wird die Frage nach der Erkennbarkeit der Welt wird mit Nachdruck bejaht und für die Praxis als Kriterium des Erkennens bzw. der Wahrheit argumentiert.

Peter Ostertag schließlich rezensiert ein aufsehenerregendes Buch von Domenico Losurdo aus dem Jahr 200918. Der italienische Philosoph setzt sich darin auf über 1100 Seiten kritisch mit einem der umstrittensten deutschen Philosophen auseinander: Nietzsche. Eine Grundhaltung in der Herangehensweise Losurdos ist dabei, Nietzsche beim Wort zu nehmen, auch wenn er Sklaverei und Menschenzüchtung fordert. Bei allen philosophischen Schwankungen Nietzsches macht Losurdo die Konstante aus, dass er stets konsequent auf der Seite der politischen Reaktion stand, was sich selbstverständlich in seiner Philosophie widerspiegelt. Ostertag hält das Werk von Losurdo gar für einen Generalschlüssel zu Nietzsches Denken.

Zu guter Letzt möchten wir unbedingt noch darauf hinweisen, dass wir uns über jegliche Einsendungen freuen. Kritik, Verbesserungsvorschläge und sonstige Anmerkungen sind ebenso willkommen wie Themenwünsche oder eigene Beiträge für die nächste Ausgabe. Besonders freuen würden wir uns, wenn im Heft eine Diskussion zustandekommt. Dazu eingeladen sind natürlich auch alle PhilosophInnen, die sich selbst nicht als AnhängerInnen der dialektischen Philosophie verstehen.

Einsendungen jeglicher Art bitte an: redaktion@dialektik-salzburg.at

Und zu allerletzt bleibt nur noch, viel Spaß beim Lesen und ein ergiebiges Nach-Denken zu wünschen!


Anmerkungen

1 In anderen Sprachen wird der deutsche Begriff einfach übernommen und erläutert.

2 Buhr, Manfred / Klaus, Georg: Philosophisches Wörterbuch, Leipzig 1975, Band I, S. 269.

3 Hans Heinz Holz definiert es als die “eigentliche Aufgabe der Philosophie, Integrationsmodelle von Welt zu entwerfen.” (Hans Heinz Holz: Descartes, Frankfurt 1994, S. 12).

Seiner Meinung nach könne man die Auffassung vertreten, “dass es zur Wissenschaftlichkeit einer Philosophie gehört, nicht bei einer Pluralität von Wesenheiten stehen zu bleiben, sondern nach einer Fundierung der Vielheit in einem ersten und einen, daher ‘absoluten’ Grunde zu suchen – schon deshalb, weil ein Stehenbleiben bei einer Mehrzahl von Seinsgründen die Frage entstehen lassen müsste, warum diese Mehrzahl existiere, und dies genau die Frage nach dem einen zureichenden Grunde der Vielzahl wäre.” (Hans Heinz Holz: Dialektik und Widerspiegelung, Köln 1983, S. 51).

4 Buhr, Manfred / Klaus, Georg: Philosophisches Wörterbuch, Leipzig 1975, Band II, S. 773.

5 Die konkrete Wirklichkeit “ist mannigfach erfüllt mit Verschiedenem, mit Anderssein, sie ist nie Einheit im Sinne einer unterschiedslosen Identität, sondern synthetische Einheit des Unterschiedenen. Diese Einheit verstehen heißt, die Vermittlungen aufdecken, die das Unterschiedene zusammenbringen und kraft deren die Gegensätze miteinander verbunden sind.” Dialektik “denkt stets gegen den Augenschein. Sie hält Ausschau nach dem, worin die augenscheinliche Vielfalt als Eines zu begreifen ist.” (H.H. Holz: Philosophische Bewältigung der Wirklichkeit, junge Welt 14.11.2006).

6 Vgl. Holz, Dialektik und Widerspiegelung, Kapitel III.1, Köln 1983. Als erste, kurze Einführung in die Dialektik samt einer kurzen Erläuterung der Struktur des “übergreifenden Allgemeinen” kann folgender Aufsatz empfohlen werden: “Was ist Dialektik? Versuch einer Annäherung”, www.re-wi.de/dialektik.pdf

7 Selbstverständlich kann man sich mit diesen Behauptungen nicht begnügen, sondern der genaue Zusammenhang zwischen Methode und Inhalt muss herausgearbeitet und begründet werden.

8 Vergleiche wiederum H.H. Holz in seinem Aufsatz “Hegel – systematisch gelesen”, Dialektik 2, Köln 1981: “Die dialektische Methode ist gerade keine von ihrem Inhalt ablösbare, gleichsam neutrale Verfahrensweise, sondern die eigentümliche Form der Entwicklung eines bestimmten Inhalts.”

9 Beckermann, Angsar: Einleitung, in: Prechtl, Peter (Hrsg.): Grundbegriffe der analytischen Philosophie, Stuttgart 2004, S. 6.

10 Die manchmal bemühte Gleichsetzung analytischer Philosophie mit wissenschaftlicher Philosophie trägt leider genau gar nichts zur Klärung dieses Begriffes bei.

11 Dazu passt auch die These von Dagfinn Føllesdal, die analytisch/nicht-analytisch-Einteilung stünde “quer” zu anderen Einteilungen. Nach dieser These kann man praktisch jede beliebige philosophische Position oder Richtung vertreten, und je nachdem, wie sehr man sich dabei um Argumentation und Begründung kümmert, ist man zusätzlich eine mehr oder weniger analytische Philosophin. (Vgl. Follesdal, Dagfinn: Was ist analytische Philosophie?, in: Analyomen 2, Berlin 1997).

Auch Winfried Löffler kommt mit anderen Worten zu einem sehr ähnlichen Schluss: “Ob jemand analytisch philosophiert oder nicht, wird damit zur Sache gradueller Beurteilung, und es kann durchaus so etwas wie unbeabsichtigte analytische Philosophie geben.” (Stimmen der Zeit, 06/2007, S. 386).

12 Hingegen würde die dialektische Philosophie die Möglichkeit verneinen, philosophische Probleme ausschließlich durch die logische Analyse der Sprache angemessen behandeln zu können, auch wenn es hier und da eine brauchbare Methode sein mag. Auch die analytische Philosophie selbst würde aber kaum mehr behaupten, die ständige Anwendung dieser Methode wäre eine notwendige Bedingung für analytische Philosophie – auch wenn sie hier zweifellos beliebter ist als in anderen philosophischen Richtungen (Vgl. Kamitz, Reinhard: Diskussion: Gibt es ein Spannungsverhältnis zwischen “Christlicher” und “Analytischer” Philosophie? – Ein kritischer Kommentar zur unmittelbar vorhergehenden gleichnamigen Abhandlung, Kriterion 24, Salzburg 2011, S. 94).

Auch die Stückwerkanalyse (Vgl. Kamitz, ebenda.) kann von der dialektischen Philosophie nicht akzeptiert werden, da die einseitige Analyse des Details dazu führt, den philosophischen Gesamtzusammenhang aus dem Auge zu verlieren.

13 Vgl. zB. Descartes.

14 HW 8, S.14.

15 HW 10, Anmerkung der Redaktion.

16 HW 8, S.14.

17 Frankfurt 2011.

18 2009 erstmals auf Deutsch erschienen, davor schon 2002 das italienische Original.