Logik

Gerhard Mack (Wien): Zur Differenz der dialektischen und formalen Logik.
Heute haben wir erkannt, daß diese `trunkenen Begriffsdichter´ – wie Fichte und Hegel – nicht nur in tiefsinnigen, dem nüchternen Verstande unfaßlichen und anstößigen Orakelsprüchen geredet, sondern daß sie eine ernst zu nehmende, schwere und harte Denkarbeit geleistet haben, der gegenüber alle folgende schülerhaft ist …“, so Richard Kroner in seinem Werk „Von Kant zu Hegel“ in überzeichnender Manier des anhebenden 20. Jh.. Im Zentrum der mit Hegels Dialektik-Konzeption einhergehenden leidenschaftlich bis aggressiv geführten Debatte um eine spekulativ-dialektische Logik steht dabei nicht zuletzt dessen Gegensatz- und Widerspruchstheorie. Für die einen der Gipfel- und Höhepunkt dialektischen Denkens schlechthin oder, wie im Diskussionszusammenhang und Traditionsstrang Hegel-Marx die immerhin `umzustülpend´-beerbende „Grundform aller Dialektik“ (Marx), ist sie anderen schlichtweg ein formallogisches Skandalon, welches in eine `reine Begriffsdichterei´ mündet. Um den damit indizierten Problemkomplex des spekulativ-dialektischen Diskurses hinsichtlich dessen Anspruchs, spezifische Eigentümlichkeiten und logische Problemlagen auszuloten und zu erhellen, empfiehlt es sich allemal ad fontes zu gehen und die logische Verfassung wie (schul-)logische Provokation der Dialektik anhand einer Rekonstruktion der genuin Hegelschen Gegensatz- und Widerspruchstheorie, mit profilierendem Blick auf die beiden dem „Meister aus Berlin“ vorhergehenden Zentralgestirne des Deutschen Idealismus – Kant und Fichte – in den Fokus zu nehmen und unter Berücksichtigung seines Spannungsverhältnisses zur Formallogik wie der von Adolf Trendelenburg ihren Ausgang nehmenden und vielleicht am nachdrücklichsten von Werner Becker vorgetragenen formallogischen Dialektik-Kritik zu exponieren und in systematischer Absicht zu verhandeln.