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Aufhebung #9 ist erschienen

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Die neunte Ausgabe unserer Zeitschrift „Aufhebung“ (ISBN 978-3-9503428-8-8) ist erschienen und wird in den nächsten Tagen an unsere AbonnentInnen und Mitglieder ausgesendet. Das Heft kann auch für 8€ zzgl. Versand via bestellungen@dialektische-philosophie.org bezogen werden.

In dieser Ausgabe:

Vorwort

Wolfgang Schmidt: Erkenntnis als Widerspiegelung

Daniel Hohnerlein: Über Leser und das Lesen von Don Quijote. Zum 400. Geburtstag von Miguel de Cervantes.

Johannes Oehme: Thesen zur Aneignung der DDR-Philosophie

Peter Ostertag: Auf dem Weg zu einer marxisitschen Persönlichkeitspsychologie – Eine Rezension con Lucien Sèves Buch „Die Welt ändern – das Leben ändern. Marxismus und Theorie der Persönlichkeit“

Aufhebung #8 ist erschienen

Die achte Ausgabe unserer Zeitschrift „Aufhebung“ (ISBN 978-3-9503428-9-5) ist erschienen und wurde bereits an unsere AbonnentInnen und Mitglieder ausgesendet. Das Heft kann auch für 8€ zzgl. Versand via bestellungen@dialektische-philosophie.org bezogen werden.

 

Inhalt dieser Ausgabe:

Vorwort

Richard Sorg: Das Dialektische in Hegels „Wissenschaft der Logik“. Kommentierende Bemerkungen zum Schlusskapitel: „Die absolute Idee“

Andreas Hüllinghorst: Friedrich Engels‘ Grundriss eines Systementwurfs

Thomas Metscher: Dialektik als Fundamentalkategorie. Annotationen zu einem Problemfeld

Alfred J. Noll: Heidegger nach den „Schwarzen Heften“

DAS WAREN DIE VIDEOVORLESUNGEN MIT HANS HEINZ HOLZ

Mit der Reihe „Was ist spekulatives Denken? 6 Videovorlesungen mit Hans Heinz Holz“ stellte sich der Berliner Basisorganisation der Gesellschaft für dialektische Philosophie erstmals der interessierten Öffentlichkeit vor. An drei Abenden und in Kooperation mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche und der Peter-Hacks-Gesellschaft wurden jeweils zwei Vorlesungen gezeigt, die Holz im Rahmen seines Fellowships beim Kolleg Friedrich Nietzsche 2009 gehalten hatte.

Am ersten Abend stellte Holz seine Konzeption einer Systematik spekulativer Sätze vor, welche die Metaphysik „zur Sache des Lebens“ machen soll. Gleichzeitig soll sie den Ansprüchen der Wissenschaften genügen, wie sie Hegel mit seinem spekulativen Satz Das Wahre ist das Ganze formuliert. Hierfür beansprucht Holz die Neubegründung der Philosophie, die sich über das Widerspiegelungstheorem begründen lasse und in einem System spekulativer Sätze, wie sie in der Philosophiegeschichte aufgetreten sind, darstellbar sei. Grundlegend zielt Holz auf den Erweis der Wirklichkeitsstrukturen, die in den spekulativen Sätzen aufscheinen.

In der anschließenden Diskussion erschien den Anwesenden im Habbema die scheinbar ahistorische Vorgehensweise, welche die spekulativen Sätze aus ihren historischen Kontexten weitgehend herauslöst und in eine Logik überführen möchte, fragwürdig. Auch der begriffliche Aufbau des Holzschen Systems könne den Zugriff auf Wirklichkeit erschweren, da weder Irrtum noch Scheitern von Holz aufgegriffen würden.

Am zweiten Abend führte Holz seine Systematik anhand Parmenides’ Dasselbe nämlich sind Denken und Sein und Cusanus’ Das Ganze scheint in allen seinen Teilen wider weiter aus. Die Abgeschlossenheit eines begrifflichen Systems könne nur durchbrochen werden, indem das Denken schon immer außersprachliches Sein enthalte. Das Sein oder Welt könne aber nur systematisch begründet werden, wenn eine materialistische Dialektik das Verhältnis von Einzelnem und Allgemeinem in einer Dialektik der Natur fasse. Natur müsse als wechselwirkender Prozess begriffen werden, weswegen Philosophie nicht hinter die Erkenntnisse der Naturwissenschaften zurückfallen dürfe. Von Welt im Gesamten könne aber nur die Philosophie sprechen. Hierin liege ihre Eigenständigkeit.

Problematisch erschien dem Publikum das Problem, inwiefern und ob Holz die Wissenschaften der Philosophie unterordnen möchte. Seine Dialektik der Natur entwerfe ein passives Bild der Natur, in der der subjektive Faktor Mensch zunächst keine konstitutive Rolle spielen würde.

Dieses Problem aufgreifend, erörterte Holz am letzten Abend die dynamischen Strukturen der Wirklichkeit, in der die Möglichkeit das Übergreifende der Wirklichkeit sei, wie Leibniz es mit seinem Diktum Alles Mögliche drängt zur Verwirklichung und den hieraus ableitbaren Möglichkeiten des Menschen, Wirklichkeit gemäß seinen Vorstellungen zu verändern, formulierte. Es reiche nicht aus, dass die Philosophie nur interpretiere, „Politikberatung“ bleibe, sondern Philosophie instituiere Politik. Marxismus könne seinen revolutionären Anspruch nur verwirklichen, wenn er nicht eine Theorie neben anderen bleibe, sondern seine theoretischen Bestimmungen verwirkliche. Verwirklichung gelinge nur, wenn die Organisationsfrage so beantwortet werde, dass die Theorie die Massen ergreifen müsse.

Den Übergang zur Praxis entwerfe Holz, ohne Kategorien wie Arbeit, gesellschaftliche Produktion und Klassengesellschaft zu berücksichtigen, wurde kritisch eingewandt. Die vorgestellte Dynamik von Natur und Gesellschaft versande daher in einer behäbigen Philosophie. Ob Holz‘ Konzeption die Aufgaben der Philosophie im Kommunismus antizipiere, die in einer Klassengesellschaft nur die Funkton einer Ideologie annehmen könne, blieb als offene Frage bestehen.

Die Vorlesungen werden in absehbarer Zeit vom Kolleg Friedrich Nietzsche auf DVD veröffentlicht.

Was sind spekulative Sätze? · 6 Vorlesungen mit Hans Heinz Holz

Anlässlich des 80. Geburtstags des marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz lud das Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar ihn ein, im Rahmen eines Fellowships Vom Denken der Welt eine Vorlesungsreihe zu halten. In den Vorlesungen stellt Hans Heinz Holz nicht nur sein philosophisches Lebenswerk vor, sondern geht zugleich anhand ausgewählter Beispiele der Philosophiegeschichte der Frage nach, ob eine materialistisch-dialektische Ontologie möglich ist und spekulativ begründet werden kann.

Da Holz krankheitsbedingt nicht mehr reisen konnte, reiste das Kolleg 2008 nach Sant‘Abbondio. Die dort aufgezeichneten sechs Vorlesungen werden nun an drei Abenden in Anwesenheit des Leiters des Kollegs Friedrich Nietzsche, Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, gezeigt und von der Gesellschaft für dialektische Philosophie moderiert.

Hans Heinz Holz (1927-2011) veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte und Systematik der Dialektik, zur Theorie der Kunst und zu Künstlern der Gegenwart, sowie zu Problemen der Gesellschaftswissenschaften und Politik. Er war Professor für Philosophie in Marburg 1971-78 und in Groningen/NL von 1978 bis zur Emeritierung 1997. Zudem war er Präsident und späterhin Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie sowie gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät und der World Academy of Letters. 1991 gründete er mit seiner Frau Silvia Markun die Fondazione Centro di Studi Filosofici. 1994 trat er der Deutschen Kommunistischen Partei bei und arbeitete federführend an deren Programmatik mit. Holz gab mit Domenico Losurdo die philosophische Zeitschrift Topos – Internationale Beiträge zur dialektischen Theorie heraus. Die seit 2012 erscheinende Aufhebung – Zeitschrift für dialektische Philosophie versteht sich u.a. in kritischer Nachfolge der Philosophie von Hans Heinz Holz und ist ihm gewidmet.

Montag · 15.6.2015 · 18 Uhr: 

1. Was sind und welche Formbestimmtheit haben spekulative Sätze?

2. Hegel: Das Wahre ist das Ganze

Mittwoch · 17.6.2015 · 18 Uhr: 

3. Parmenides: Dasselbe nämlich sind Denken und Sein 

4. Cusanus: Das Ganze scheint in allen seinen Teilen wider 

Montag · 22.6.2015 · 18 Uhr: 

5. Leibniz: Alles Mögliche drängt zur Verwirklichung 

6. Marx: Die 11. Feuerbach-These 

Video: Stefan Wilke

Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

für alle 3 Termine: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro

Zu dieser Veranstaltung laden wir herzlich ins: 

Habbema, Prenzlauer Allee 231 / Mülhauser Straße 6, 10405 Berlin (Straßenbahnlinie 2: Knaackstraße) 

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für dialektische Philosophie in Kooperation mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung in Weimar und der Peter-Hacks-Gesellschaft 

www.klassik-stiftung.de

www.dialektische-philosophie.org

www.peter-hacks-gesellschaft.de