Was sind spekulative Sätze? · 6 Vorlesungen mit Hans Heinz Holz

Anlässlich des 80. Geburtstags des marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz lud das Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar ihn ein, im Rahmen eines Fellowships Vom Denken der Welt eine Vorlesungsreihe zu halten. In den Vorlesungen stellt Hans Heinz Holz nicht nur sein philosophisches Lebenswerk vor, sondern geht zugleich anhand ausgewählter Beispiele der Philosophiegeschichte der Frage nach, ob eine materialistisch-dialektische Ontologie möglich ist und spekulativ begründet werden kann.

Da Holz krankheitsbedingt nicht mehr reisen konnte, reiste das Kolleg 2008 nach Sant‘Abbondio. Die dort aufgezeichneten sechs Vorlesungen werden nun an drei Abenden in Anwesenheit des Leiters des Kollegs Friedrich Nietzsche, Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, gezeigt und von der Gesellschaft für dialektische Philosophie moderiert.

Hans Heinz Holz (1927-2011) veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte und Systematik der Dialektik, zur Theorie der Kunst und zu Künstlern der Gegenwart, sowie zu Problemen der Gesellschaftswissenschaften und Politik. Er war Professor für Philosophie in Marburg 1971-78 und in Groningen/NL von 1978 bis zur Emeritierung 1997. Zudem war er Präsident und späterhin Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie sowie gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät und der World Academy of Letters. 1991 gründete er mit seiner Frau Silvia Markun die Fondazione Centro di Studi Filosofici. 1994 trat er der Deutschen Kommunistischen Partei bei und arbeitete federführend an deren Programmatik mit. Holz gab mit Domenico Losurdo die philosophische Zeitschrift Topos – Internationale Beiträge zur dialektischen Theorie heraus. Die seit 2012 erscheinende Aufhebung – Zeitschrift für dialektische Philosophie versteht sich u.a. in kritischer Nachfolge der Philosophie von Hans Heinz Holz und ist ihm gewidmet.

Montag · 15.6.2015 · 18 Uhr: 

1. Was sind und welche Formbestimmtheit haben spekulative Sätze?

2. Hegel: Das Wahre ist das Ganze

Mittwoch · 17.6.2015 · 18 Uhr: 

3. Parmenides: Dasselbe nämlich sind Denken und Sein 

4. Cusanus: Das Ganze scheint in allen seinen Teilen wider 

Montag · 22.6.2015 · 18 Uhr: 

5. Leibniz: Alles Mögliche drängt zur Verwirklichung 

6. Marx: Die 11. Feuerbach-These 

Video: Stefan Wilke

Eintritt 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

für alle 3 Termine: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro

Zu dieser Veranstaltung laden wir herzlich ins: 

Habbema, Prenzlauer Allee 231 / Mülhauser Straße 6, 10405 Berlin (Straßenbahnlinie 2: Knaackstraße) 

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für dialektische Philosophie in Kooperation mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung in Weimar und der Peter-Hacks-Gesellschaft 

www.klassik-stiftung.de

www.dialektische-philosophie.org

www.peter-hacks-gesellschaft.de 

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Salzburg: Lesekreis zur „Aufhebung“

Nach einem Semester Pause ist es jetzt wieder so weit: Wir veranstalten einen Lesekreis in Salzburg. Diesmal werden ausgewählte Artikel der bisherigen Ausgaben der „Aufhebung“ gelesen und diskutiert.

Am Donnerstag, den 16. April findet ab 19:00 eine Vorbesprechung zu diesem Lesekreis statt, und zwar im StV-Kammerl der Studienvertretungen Philosophie und PP Lehramt im Wallistrakt, Franziskanergasse 1.

Diese Vorbesprechung ist aus organisatorischen Gründen überaus wichtig! Wir werden die weiteren Termine (auch deren Anzahl) sowie die genauen Texte festlegen, die besprochen werden sollen. Wer zum Lesekreis nicht kommen kann, möge sich bitte vorab unter
lesekreis at dialektische-philosophie.org
bei uns melden.

UPDATE: Vereinbarte Texte und Termine:

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Das war die Vierte Salzburger Tagung für dialektische Philosophie

Von der „Vierten Salzburger Tagung für Dialektische Philosophie“ am
21.3.2015 an der Universität Salzburg darf ein Rekord vermeldet werden. Acht Beiträge bildeten das bisher umfangreichste Programm, thematisch weit gefächert, aber doch mit einem deutlichen Hegel-Schwerpunkt.  Weiterlesen

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www.dialektische-philosophie.org

Aufgrund unserer Umbenennung in „Gesellschaft für dialektische Philosophie“ bei unserer Generalversammlung am 22. März 2015 sind wir nun auch unter einer neuen URL zu finden, und zwar unter:

www.dialektische-philosophie.org

Außerdem ist in allen unseren alten Mailadressen der Domainteil dialektik-salzburg.at durch dialektische-philosophie.org auszutauschen.

Wir bitten um Berücksichtigung!

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Neuer Name, neue Statuten, neuer Vorstand

Seit unserer Generalversammlung am 22. März in Salzburg haben wir nicht nur einen neuen Vereinsvorstand, sondern auch neue Statuten sowie sogar einen neuen Namen: Um der Bildung von Grundorganisationen Rechnung zu tragen, haben wir uns umbenannt in „Gesellschaft für dialektische Philosophie“. Ebendieser Entwicklung soll auch die vorgenommene Überarbeitung der Statuten dienen, zudem wurde dadurch ein klareres inhaltliches Profil als bisher geschaffen. Gänzlich überarbeitet bzw überhaupt erst neu hinzugefügt wurden die §0 (Selbstverständnis), §2 (Vereinszweck) und §13 (Grundorganisationen).

In den neuen Vereinsvorstand gewählt wurden:

Vorsitzender: Stefan Klingersberger, Salzburg
Stv. Vorsitzender: Andreas Hüllinghorst, Berlin
Stv. Vorsitzender: Georgios Kolias, Wien
Kassier: Peter Ostertag, Salzburg
Hannes Fellner, Wien
Kaan Kangal, Nanjing
Johannes Oehme, Berlin

Der neue Vorstand dankt den scheidenden Vorstandsmitgliedern, insbesondere aber Andreas Egger, der die bisherige Entwicklung der Gesellschaft entscheidend mitgeprägt hat.

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junge Welt: Mit Hegel über ihn hinaus

Das war die vierte Salzburger Tagung für dialektische Philosophie

Von Lena Kreymann

Am Samstag fand die letzte Tagung der »Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie« statt, denn es gibt sie nicht mehr. Eine traurige Nachricht ist das nicht. Weiterlesen

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Veranstaltungsort für die Tagung am 21. März 2015: Wallistrakt, Hörsaal 301

Lange haben wir euch – wenn auch ungewollt – auf die Folter gespannt, jetzt aber steht der Hörsaal für die Vierte Salzburger Tagung für dialektische Philosophie endlich fest: Es handelt sich um den Hörsaal 301 (Leopold-Kohr-Hörsaal) im vierten Stock des Wallistrakts, Franziskanergasse 1, also um den selben Hörsaal wie schon letztes Jahr.

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Aufhebung #6 – Vorwort

Bei der vorliegenden sechsten Ausgabe der „Aufhebung“ handelt es sich voraussichtlich um die letzte Publikation der Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie. Was das bedeuten soll? Weiterlesen

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Aufhebung #6 in Druck

Die sechste Ausgabe unserer Zeitschrift „Aufhebung“ (ISBN 978-3-9503428-5-7) ging heute in Druck und wird rechtzeitig zur vierten Salzburger Tagung für dialektische Philosophie in gedruckter Form vorliegen. Die Abstracts und das Vorwort finden sich hier.

INHALT DIESER AUSGABE

Vorwort

Dieter Kraft, Berlin: 
Hegels dialektische Philosophie der gesunden Menschenvernunft

Kaan Kangal, Nanjing: 
Dialektik, Heuristik und Wahrscheinlichkeit

Andreas Egger, Salzburg: 
An der Front des Weltexperiments. Grundzüge der Philosophie Ernst Blochs, Teil 2.

Andreas Hüllinghorst, Berlin: 
Definitiv unphilosophisch. Eine Rezension von Georg Fülberths Buch „Marxismus“ (Köln 2014).

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Bericht über das Hans-Heinz-Holz-Wochenende in Berlin

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Hermann Klenner bei seinem Vortrag über „Herr und Knecht bei Hans Heinz Holz“.

Aus Anlass des 170-jährigen Jubiläums der Niederschrift der Thesen zu Feuerbach und des 88. Geburtstags von Hans Heinz Holz fand am 01. März die 2. Hans-Heinz-Holz-Tagung im Marx-Engels-Zentrum Berlin statt, die von der Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie mitveranstaltet wurde.

Einleitend diskutierte Andreas Hüllinghorst die Interpretationen der Feuerbachthesen von Bloch und Holz. Sind die Thesen Produkte weitreichender Überlegungen Marx’ über Hegels Philosophie, fasse Bloch das in den Thesen vorgestellte Verhältnis von Politik und Philosophie nicht eng genug. Marx formuliere hierin bereits eine Programmatik der Aufhebung und Verwirklichung der Philosophie. Hieran knüpft Holz an, der mittels der Kategorie gegenständlichen Tätigkeit, unvermittelte Praxis in selbstreflexive Praxis transformieren möchte, um so Theorie und Praxis in ein vermitteltes und nicht disparates Verhältnis zu bringen.

Georgios Kolias analysierte die Feuerbachthesen hinsichtlich der gegenständlichen Tätigkeit und seiner widerspiegelungstheoretischen Interpretation durch Holz. Holz habe das Verhältnis zwischen Tätigsein, Subjektkonstituierung und Wirklichkeitserfassung als wechselseitiges Gefüge aufgefasst und ausgearbeitet. Unklar sei jedoch, inwiefern das Widerspiegelungstheorem von festen Voraussetzungen des Subjekts ausgehe. Die Subjekt-Objekt-Konstituierung sei bereits gegenständliche Tätigkeit, also vorläufiges Produkt einer vorhergehenden Praxis in Wirklichkeit.

Hermann Klenner würdigte Holz’ Arbeiten zu Leibniz. Er sei der erste gewesen, der das Motiv der Herr-Knecht-Problematik bereits in Leibniz verankert und schließlich bei Hegel ausgearbeitet sah. Sieht Hegel in den Grundlinien der Philosophie des Rechts bereits die entstehende kapitalistische innergesellschaftliche Dynamik als ein Kampf von Privatinteressen, ist es Marx gewesen, der hieran anknüpfend und Hegel kritisierend die Bewegungsformen der bürgerlichen Klassengesellschaft ausarbeitete. Die Aufhebung dieses Antagonismus finde sich in utopischer Form (Bonum commune) bereits bei Leibniz, worauf Holz bereits in seiner Dissertation „Herr und Knecht bei Leibniz und Hegel“ hinwies.

Stefan Klingersberger stellte die Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie vor. Trotz ihrer erst jungen Geschichte habe die Gesellschaft schon viel erreicht. Anknüpfend an Brechts Diktum der „Organisation der Dialektiker“ sei es der Gesellschaft gelungen einen Ort zur Vertiefung und Erweiterung der dialektischen Philosophie zu schaffen. Darüber hinaus liegen noch weitere Potentiale ungenutzt und werden in naher Zukunft, etwa durch die Gründung eines Berliner Standorts verwirklicht. Klingersberger rief zu weiterer Mitarbeit und Unterstützung der Gesellschaft auf, sodass dialektische Philosophie wieder eine ernstzunehmende Größe werde.

Am Sonntag trafen sich Weggefährten von und junge Interessierte an Hans Heinz Holz und diskutierten die weitere Pflege des philosophischen, ästhetischen und vor allem politischen Erbe von Holz. Neben größeren Publikationsprojekten, wie z.B. der Herausgabe der Gesammelten politischen Schriften, wurde die Inbetriebnahme einer Internetseite, die Gründung eines Freundeskreises und die Sammlung und Nutzung des politischen Vermächtnis zur weiteren Schulungsarbeit angestoßen. Zum 90. Geburtstag Holz’ im Jahre 2017 soll es darüber hinaus eine Großveranstaltung geben, die sich der weiteren Vertiefung und Auseinandersetzung des Holzschen Oeuvres widmet.

Im Anschluss vollzog sich die Gründung des Berliner Standorts der Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie. Neben formellen Fragen, die auf der Mitgliedergeneralversammlung stauarisch diskutiert werden (Namensänderung, Voraussetzung zur Gründung weiterer Standorte, …) wurden konkrete Vorhaben und Ideen für das Jahr 2015 und darüber hinaus erörtert. Neben der Initiierung von Lesekreisen zu Klassikern dialektischer Philosophie, sollen Abendveranstaltungen, Diskussionsrunden zu Aufhebung, Workshops zu ausgewählten Themen und Vorlesungsreihen zur marxistischen Philosophie organisiert werden. Die Berliner Gruppe hat somit ihre Arbeit aufgenommen und wird sich mit Tatendrang der Verwirklichung der Vorhaben widmen.

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