Andreas Egger

„Träume von einer besseren Welt“ – deren Reflexionen machen einen bedeutenden Teil von Blochs Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ aus. Wer daher aber ein schwärmerisches Programm erwartet, irrt. Obgleich nicht völlig frei davon, schürft Blochs politische Theorie tiefer. Es geht um eine Theorie des subjektiven Faktors der Geschichte, der Rolle des menschlichen Bewusstseins im Verhältnis von Gegenwart und als Möglichkeit angelegter Zukunft, der für den Theoretiker der konkreten Utopie bedeutendsten Zeitdimension. Im bei Bloch immer präsenten Spannungsfeld von Messianismus und Marxismus angelegt, finden sich in der Hoffnungsphilosophie eine versuchte Aufarbeitung aller Äußerungen menschlicher Kultur, soweit diese in den Dienst des Fortschritts gestellt werden können. Es findet sich weiter eine kategoriale Grundlegung: Antizipierendes Bewusstsein, Tendenz, Latenz, Front, Novum und Ultimum werden in der Folge vorgestellt. Wie der im ersten Teil des Artikels dargelegte Materialismus Blochs eine „ultimative, letzte Materie“ kennt, einen möglichen Endzustand, so gibt es ein entsprechendes „zu guter Letzt“ auch in der Geschichtstheorie.