Andreas Arndt

Recht ist für Hegel „Daseyn des freyen Willens […]. – Es ist somit überhaupt die Freyheit, als Idee.“ Diese Bestimmung im Paragraphen 29 der Grundlinien der Philosophie des Rechts wendet sich gegen eine negative Auffassung des Rechts, wie sie den vertragstheoretischen Vergesellschaftungsmodellen zugrundeliegt. Hegel verweist hier ausdrücklich auf Kants Rechtslehre, die einer seit Rousseau verbreiteten Ansicht folge, wonach „der Wille nicht als an und für sich seyender, vernünftiger […] sondern als besonderes Individuum, als Wille des Einzelnen in seiner eigenthümlichen Willkühr, die substantielle Grundlage und das Erste seyn soll. Nach diesem einmal angenommenen Princip kann das Vernünftige freylich nur als beschränkend für diese Freyheit, so wie auch nicht als immanent Vernünftiges, sondern nur als ein äußeres, formelles Allgemeines herauskommen.“