Marcus Dick

Für die post-metaphysische Philosophie gibt es nur zwei Wege: Entweder sie verfolgt eine Epoché der wirklichen Wirklichkeit, oder sie untersucht den objektiven Gesamtzusammenhang dessen, was ist. Obwohl die zweite Möglichkeit nicht automatisch auf den historisch-dialektischen Materialismus hinausläuft, ist es doch so, daß keine philosophische oder meta-philosophische Position geeigneter ist, den Gesamtzusammenhang des Seienden zu erhellen, als eben der historisch-dialektische Materialismus. Ihn zu erweitern und zu erneuern, darum war es Claude Lévi-Strauss zu tun. Dessen Strukturalismus ist durchaus nicht — wie Jean-Paul Sartre fälschlicherweise meinte —, die letzte Bastion der Bourgeoisie gegen den Marxismus, sondern ganz im Gegenteil dessen Befreiung aus dogmatischer Abhängigkeit. Und mehr noch: Keine Methode bzw. Methodologie ist geeigneter, die Aporien des sogenannten Post-Strukturalismus ad absurdum zu führen, als eben Lévi-Strauss’ materialistischer und dialektischer Strukturalismus.