Kolias: Abstract

Logik und Objektivität
Der rationale Kern von Hegels subjektiver Logik

Die Lehre vom Begriff ist vielleicht der am meisten missverstandene Teil der Wissenschaft der Logik Hegels. Wo die objektive Logik öfters als eine Art „Kritik der Metaphysik“ geschätzt wurde, wurde gegen die subjektive Logik stets ein doppelter oft widersprechender Vorwurf erhoben, dass sie nämlich entweder/sowohl formalistisch-idealistisch wäre, oder/als auch metaphysisch-ontologisch. Dieser Vorwurf lässt sich auf das Problem zurückführen, das sich als das Problem der Wirklichkeit oder Objektivität des Begriffs zusammenfassen lässt.

In diesem Vortrag sollen die Voraussetzungen untersucht werden, unter welchen sich hinter der mystifizierenden Ausdrucksweise Hegels der vernünftige, nicht-idealistische und nicht-metaphysische Kern der Erfassung des Begriffs als die Totalität der Wirklichkeit, welche im Begriff ideell schon enthalten sein soll, entdecken lässt. Es handelt sich also einerseits um das Problem der Wirklichkeit oder Objektivität des Begriffs und andererseits um den Anspruch des Erfassens der Totalität der Wirklichkeit im Begriff. Schließlich soll gezeigt werden, dass Ziel der Begriffslogik, welche sozusagen die eigentliche Logik innerhalb der Wissenschaft der Logik ausmacht, nicht die Ausarbeitung einer universellen Logik ist, sondern zu demonstrieren, dass die Logik die eigentliche Grundlage alles Wirklichen ist, aber gerade eine Logik, welche nicht formal und abstrakt bleiben kann, sondern nur im Konkreten sich begreiflich machen lässt, weil schließlich das Konkrete nichts anderes als das Logische einer Sache ist, aber in Einheit mit seiner Allgemeinheit.