Vorwort

Es mag schon nach einer Standard-Eröffnung unserer Vorworte klingen, dennoch: Seit dem Erscheinen der letzten „Aufhebung“ hat sich wieder einiges getan.

Am 26. Jänner 2013 fand an der Universität Salzburg die „2. Salzburger Tagung für dialektische Philosophie“ statt – mit den schon gewohnt spannenden und kontroversiellen Vorträgen und Diskussionen. Den Hauptbeitrag auf dieser Tagung stellte das Referat des italienischen Philosophen Domenico Losurdo dar: „Den Widerspruch denken – Sich mit der Dialektik in der politischen Welt orientieren“. Dazu gab es Vorträge zur Bedeutung der dialektischen Figur des „Übergreifenden Allgemeinen“ (Gerhard Mack), über das von der Kritischen Psychologie entwickelte Verständnis der „gesellschaftlichen Natur des Menschen“ (Andreas Egger) und einen Vergleich der ontologischen Modelle von Hans Heinz Holz und Georg Lukács. (Claudius Vellay).

Schon fast Tradition ist das von uns veranstaltete Lektüreseminar an der Universität Salzburg: Im Sommersemester 2013 wurde Hegels‘ Rechtsphilosophie gelesen und diskutiert.

Und auch das wird wohl eine Standard-Passage in unseren Vorworten bleiben: Unsere Aktivitäten machen uns Freude, sie bekommen auch Anerkennung, aber: Sie kosten auch Geld. Wer uns unterstützen möchte: Jedes Abonnement der „Aufhebung“, jeder Beitritt zum Verein, jede Spende ist höchst willkommen. Details dazu finden sich auf Seite 9. Aber auch auf einer anderen Ebene kann uns geholfen werden. Wer will in der „Aufhebung“ schreiben? Wer will bei unseren Tagungen vortragen? Wer will mit uns eine Veranstaltung machen? Jede Meldung, jede Vermittlung von Kontakten hilft uns weiter. Und vor allem: Die „Aufhebung“ und auch die sonstigen Aktivitäten des Vereins sind bisher gegen jede Intention fast ausschließlich „Männersache“ geblieben. Ein Umstand, den es so schnell wie möglich zu ändern gilt – aber wir können das leider nicht beschließen oder dekretieren, wir können nur appellieren: Autorinnen, Referentinnen verzweifelt gesucht!

Nun aber zu den Artikeln der vorliegenden Ausgabe. Die ersten beiden sind erheblich erweiterte Versionen der Vorträge, welche bei der erwähnten Tagung in Salzburg gehalten wurden. Claudius Vellay begründet in seinem Vergleich mit Hans Heinz Holz‘ Arbeiten, warum die „Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ des Georg Lukács der fruchtbarere Ansatz sei. Andreas Egger nimmt den 30. Jahrestag des Erscheinens von Klaus Holzkamps „Grundlegung der Psychologie“ zum Anlass, auch auf die philosophisch relevanten Dimensionen dieses Werkes hinzuweisen. Kaan Kangal entwickelt einige begriffsgeschichtliche Aspekte der Spiegelmetapher und betont hier die Verdienste von Hans Heinz Holz. Helmuth Fellner zeigt, wie sich der Begriff von Freiheit beim jungen Marx in dessen „dialektischem Bruch“ mit Hegel entwickelt hat. Auch eine Rezension haben wir diesmal wieder dabei: Reinhard Jellen bespricht das jüngste Buch von Elmar Treptow zum Thema Gerechtigkeit.

Wir wünschen eine spannende und anregende Lektüre. Feedback, Kommentare, Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht.