Vellay: Abstract

Worin besteht die Einheit der Welt?
Die ontologischen Antworten von Georg Lukács und H. H. Holz im Vergleich.

Holz und Lukács haben jeweils die marxistische Philosophie mit systematischem Anspruch zu begründen versucht. Dennoch unterscheiden sich insbesondere ihre ontologischen Grundlegungen wesentlich. Dabei spielt in beiden Ontologie-Entwürfen der Begriff des Gesamtzusammenhangs (Holz) bzw. der Totalität (Lukács) eine zentrale Rolle.

Während Holz meint, die Einheit der Welt auf der Grundlage eines universellen Widerspiegelungsbegriffs als grundlegendem Prinzip konstruieren zu müssen, da uns der Gesamtzusammenhang nicht empirisch gegeben sei, vertritt Lukács die Auffassung, dass die Einheit der in anorganisches, organisches und gesellschaftliches Sein geschichteten Welt gerade in ihrer – jeweils spezifischen – Gegebenheit bestünde.

Die unterschiedliche Anlage der Dialektik des Ganzen hat weitreichende Auswirkungen nicht nur in der Kategorienlehre, nicht zuletzt bezüglich der Grundkategorie „Gegenständlichkeit“, sondern auch in der Auffassung über die spezifische Stellung des Menschen bis hin zur Einordnung des Kampfs für menschliche Emanzipation von Ausbeutung und Entfremdung.

Die Unterschiede in der ontologischen Grundanlage sollen mit Bezug auf die Hauptwerke der beiden marxistischen Philosophen (Ontologie des gesellschaftlichen Seins und Weltentwurf und Reflexion) in dem Vortrag diskutiert werden.