Vorwort

Seit Erscheinen der ersten Ausgabe unserer Zeitschrift hat sich wieder einiges getan:
Die Konstituierende Generalversammlung am 10.08. hat die Weichen für die zukünftige Arbeit der “Salzburger Gesellschaft für dialektische Philosophie” gestellt. Sie ist nun offiziell als Verein eingetragen (ZVR 873440583). Einstimmig in den Vorstand gewählt wurden Andreas Egger, Hannes Fellner, Stefan Klingersberger, Gerhard Mack, Peter Ostertag und Gottfried Schweiger. Der kritische Rückblick, der auf unsere bisherige Arbeit geworfen wurde, ermöglicht uns für die Zukunft eine professionellere und effizientere Arbeitsweise.
Folgender Vereinszweck wurde bei dieser Versammlung statutarisch festgelegt:
“Die Gesellschaft hat die Förderung der dialektischen Philosophie zum Ziel. Sie versteht sich insbesondere in der philosophischen Tradition Hegels, der marxistischen Klassiker und Hans Heinz Holz’. Die weitere Ausarbeitung, Vertiefung und Entwicklung der dialektischen Philosophie ist ihr Grundanliegen. Schwerpunkte der Arbeit sind außerdem die Förderung junger PhilosophInnen, die verständliche Aufbereitung der dialektischen Philosophie für ein breiteres Publikum sowie die kritische Auseinandersetzung mit der analytischen Philosophie.”
Im Wintersemester 2012/2013 wurde zum ersten Mal ein Lesekreis an der Universität Salzburg abgehalten, und zwar zu Holz‘ Hauptwerk „Weltentwurf und Reflexion. Versuch einer Grundlegung der Dialektik“. Voraussichtlich werden wir auch in den kommenden Semestern Lesekreise oder Diskussionszirkel organisieren.
Kurz nach Erscheinen dieser vorliegenden Ausgabe (und zwar am 26.01.2013) findet die 2. Salzburger Tagung für dialektische Philosophie statt, zudem ist für Sommersemester 2013 eine Tagung zum Thema Ästhetik und Irrationalismus geplant.
Das bedeutet natürlich auch: Es gibt viel für uns zu tun. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen, der unerwartet rasche Verkauf der ersten Ausgabe der „Aufhebung“ sowie die rege Beteiligung an unseren Veranstaltungen wären zwar Motivation genug für die Arbeit, die wir aufwenden. Doch müssen wir an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass unsere Tätigkeiten auch Geld kosten und dass wir von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Abos unmittelbar finanziell abhängig sind! Wer also unsere Arbeit unterstützenswert findet, möge sich überlegen, ob er/sie vielleicht unserem Verein beitreten, uns eine kleine Spende überweisen oder unsere Zeitschrift abonnieren möchte. Alle nötigen Informationen dazu finden sich auf der gegenüberliegenden Seite.

Die Themen der Aufsätze dieser Ausgabe sind breit gestreut: Martin Krenn erinnert an den österreichischen marxistischen Philosophen Walter Hollitscher und dessen enzyklopädischer Darstellung der Resultate der Einzelwissenschaften auf Grundlage der materialistischen Dialektik. Gottfried Schweiger diskutiert in seinen historisch-systematischen Ausführungen zur Ethik bei Aristoteles, Kant und Hegel Theoreme von beständiger und weiterhin gültiger Wirkung. Hat Friedrich Engels die Grundfrage der Philosophie nicht nur gestellt, sondern diese auch beantwortet? Dieser Frage geht Andreas Hüllinghorst nach. Dabei bezieht er sich mehrfach kritisch auf einen Artikel zur Widerspiegelungstheorie in der ersten Ausgabe der „Aufhebung“. Der Autor, Andreas Egger, antwortet auf die Kritik. Auf drei Teile ist der Betrag von Helmuth Fellner zum marxistischen Verständnis von Freiheit angelegt. Der nun vorliegende erste Teil führt – sozusagen vorbereitend – anhand von problemgeschichtlichen Überlegungen durch die „bürgerlichen“ Begrifflichkeiten vor Marx. Gerfried Tschinkel schlägt in seinem Artikel einen Bogen von der Philosophie zur Ökonomie und analysiert die Entwicklung des Finanzkapitals unter dialektischen Gesichtspunkten.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen!