Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

die 8. Ausgabe der Aufhebung erscheint parallel zum Dokumentationsband zur Jahrestagung 2015 der Gesellschaft für dialektische Philosophie, die am 21. März 2015 in Salzburg stattfand. Beide Hefte erscheinen rechtzeitig zur Jahrestagung 2016 der Gesellschaft für dialektische Philosophie am 16. April 2016 in Wien.

Wir möchten hiermit ferner vorankündigen, dass aus Anlass des 90. Geburtstages von Hans Heinz Holz im Februar 2017 in Berlin eine größere Tagung stattfinden wird. Nähere Ankündigungen dazu werden laufend auf der Internetseite der Gesellschaft für dialektische Philosophie www.dialektische-philosophie.org bekanntgegeben, und in der nächsten Ausgabe der Aufhebung werden wir über den Zwischenstand der diesbezüglichen Vorbereitungen berichten.

Das vorliegende Heft 8 der Aufhebung eröffnet mit einem Kommentar von Richard Sorg zum Schlusskapitel der „Wissenschaft der Logik“ von Hegel. Der Beitrag präpariert in dichter Lektüre den Kern der dialektischen Methode aus Hegels „Logik“ heraus.

Mit dem Beitrag „Friedrich Engels‘ Grundriss eines Systementwurfs“ schlägt Andreas Hüllinghorst die Rettung des Engelsschen Systembegriffs vor dem Anti-Engels-Dogmatismus der kleinbürgerlichen Philosophie vor. Das Verhältnis von Empirie und Theorie, von Einzelwissenschaften und Philosophie, letztlich von Materialismus und Idealismus und damit zusammenhängend die „philosophische Abstraktionsarbeit“ hin zu philosophischen Kategorien und Prinzipien wird mit Hilfe der Überlegungen des späten Engels pointiert in den Gesamtzusammenhang gebracht.

Im Diskussionsteil nimmt Thomas Metscher den Vortrag von Dieter Kraft „Hegels dialektische Philosophie der gesunden Menschenvernunft“ (siehe Aufhebung #6) und die Kritik von Michael Nareyek am Vortrag (siehe Aufhebung #7) zum Anlass für eine weiterführende Diskussion über die Bedeutung der „Dialektik als Fundamentalkategorie“ für die Philosophie, wobei unter anderem ein kritischer Blick auf Lenins philosophische Exzerpte geworfen wird.

Eine kurze, erschöpfende Rezension von Alfred Noll zu Martin Heideggers sogenannten „schwarzen Heften“, die einmal mehr den faschistischen Charakter der Philosophie Heideggers belegt und vor dem Einfluss seines Denkens warnt, beschließt die Ausgabe. Noll meint: „Es gibt schlechterdings kein Buch, keinen Abschnitt, keinen Absatz und keine Seite, keinen Satz und kein Wort Heideggers, das nicht durchweht ist von einer menschenfeindlich-autoritären und vernichtungswillig-faschistoiden Strömung – und die Philosophie hat ihre Schlüsse daraus zu ziehen.“ Damit ist zugleich mit der Lieferung des untrüglichen Befundes die offen gebliebene Frage nach den daraus zu ziehenden philosophischen Schlüssen gestellt.

Wir versprechen anregende Lektüre und wünschen einen der dialektischen Philosophie förderlichen Sommer 2016.

Redaktion der Aufhebung

Salzburg, 31. März 2016